Pillnacher des Monats April 2019

Ludwig Wolf

Der Ludwig, besser bekannt als der „Berwoifn Wigg“ vom Schlossberg, ist ein  Pillnacher, der immer ein Lächeln für andere übrig hat. Er liebt die Menschen, die Natur und die Tiere. Er ist seit über 70 Jahren (somit längstes) Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Er war Fahnenjunker und viele Jahre Kassier. 2005 wurde er zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt. Ebenso ist er seit 64 Jahren Mitglied des katholischen Arbeitervereins, Mitglied der Singrunde des HdG`s, der marianischen Männerkongregation, des Krippenvereins Straubing und des CSU Ortsverbandes. Wigg ist ein immer gut gelaunter und lustiger Pillnacher, der  noch sehr aktiv am Dorfleben teilnimmt. Er hat einen wunderschönen Text zur Melodie der „Bergvagabunden“ über Pillnach geschrieben:Durch unser Dörflein„.  Des weiteren ist Wigg seit seiner Jugend Taubenliebhaber und seit dem Eintritt ins Rentenalter Krippenbauer. Der Wigg ist ein liebevoller und geduldiger Opa und verbringt viel Zeit mit seinen Enkelkindern. Danke an Barbara, die dem Wigg die Homepage gezeigt und erklärt hat, was der „Pillnacher des Monats“ ist. Danke an Bob für die schönen Bilder aus dem Leben von Wigg.  DANKE an Wigg selbst, der bereitwillig sein Ja-Wort zum Pillnacher des Monats April 2019 gab. „Lieber Berwoif`n Wigg – was wäre Pillnach nur ohne Dich… “ (SK)

Bist Du in Pillnach geboren? Ja. Ich kam in meinem früheren Elternhaus zur Welt. Das Zimmer nutze ich heute als  Taubenstall.

Was hast Du beruflich gemacht? Ich war Landwirt. Als die Landwirtschaft nicht mehr so viel abwarf, hab ich mir eine Arbeit gesucht und dabei einiges ausprobiert. Ich war eine Zeit lang in der Kammgarnspinnerei in Straubing beschäftigt. Die Nachtschicht dort und die nebenerwerbliche Landwirtschaft daheim waren schwer zu vereinbaren. Eines Tages fragte mich der Englbert, der damals schon bei der Raiffeisen in Pondorf arbeitete, ob das nichts für mich wäre. Und so hab ich dort angefangen und war dann 23 Jahre bis zur Rente 1996 dort beschäftigt.

Woher kommt der Name „Berwoif“?  Früher gab es in Pillnach mehrere Familien mit dem Nachnamen Wolf. Damit es zu keiner Verwechslung kam, hing man an den Namen Wolf einfach was dazu. Wir wohnen am Schlossberg, daher nannte man uns Berg-Wolf. Ein anderer war der Garten-Wolf. Mein Vater mochte das nicht so sehr. Sagte jemand „Berwoif“ zu ihm, antwortete er immer: „Des kost die a Maß“. Mir macht es eigentlich nichts aus, wenn mich jemand so nennt.

Wie alt warst Du, als Du Deine Traudl geheiratet hast?  Ich war 30 Jahre alt und Traudl 24. Inzwischen sind wir 56 Jahre verheiratet.

Spielst Du ein Instrument? Ich hab Flügelhorn spielen gelernt und war Mitglied in einer Blaskapelle. Wir spielten beim Marschieren zu Fahnenweihen. Ein paar Jahre lang haben der Landgraf Xaver und ich das Neujahr angeblasen. Da sind wir mit den Trompeten rund um Pillnach.

Kannst Du Tanzen? Ja, am liebsten tanze ich Tango und Walzer. Ich hab es vom Fischer Hans gelernt, dem Onkel vom Fischer Hermann. Er war einer meiner besten Freunde und verstarb ganz plötzlich mit 28. Jahren. Ich hab, als ich es konnte, vielen anderen das Tanzen beigebracht.

Du hast ein Lied über Pillnach geschrieben. Wie kam es dazu?  Ich hab immer schon gern gedichtet und gereimt, zum Beispiel zu Anlässen wie Geburtstagen und Klassentreffen. Den Text (5 Strophen)  zu der Melodie der „Bergvagabunden“ der über mein Heimatdorf Pillnach handelt, hab ich circa 1998 geschrieben. Ungefähr 4 Jahre später  fiel mir noch eine 6. Strophe ein, die ich noch hinzufügt (siehe unten).

Du hast außer Deinen Tauben noch ein Hobby – Krippen bauen. Ja. die Traudl machte mal einen Kurs fürs Schneidern von Gewändern für Krippenfiguren. Und sie meinte, sie brauche da noch ein passendes Kripperl dazu. Im Kurs hatten sie ihr gesagt, da wären Krippen aus Wurzeln passend. Da bin ich in den Wald und hab einen Wurzelstock gesucht und  einen passenden gefunden.  Ich hab einiges ausprobiert. Nach und nach wurden die Krippen immer perfekter. Einige davon wurden ausgestellt in Hengersberg, Pfaffenberg und im Herzogschloss Straubing.

Was war Deine weiteste Reise bisher? Wir sind mit einer Pilgergruppe zum Wallfahrten nach Lourdes geflogen. Dort haben wir an einem unterirdischen Gottesdienst teilgenommen. Das war sehr ergreifend.

Was würdest Du gerne im Leben noch sehen oder bereisen? Ich denk mir oft, hier in Pillnach ist es wie im Paradies. Der Wald, die Wiesen und Felder. Hier ist es so schön, dass ich nicht den Wunsch habe, etwas anderes zu sehen.

Was ist Deine Lieblingsspeise? Ich mag am liebsten „Brej“. (Anmerkung: dafür gibt es leider kein hochdeutsches Wort – ähnlich einer mit Mehlschwitze eingedickten Fleischbrühe / Ragout).

Mit welcher Persönlichkeit (lebend oder tot) würdest Du gerne mal im HdG zusammensitzen? Mit Heino (Anmerkung: Schlagersänger, Lieder: Bergvagabunden, Caramba Caracho, Lamontanara, Blau blüht der Enzian, )

Hast Du ein Lebensmotto? Immer mit den Menschen in Frieden leben und sie lieben wie sie sind, mit all ihren Fehlern.

Durch unser Dörflein

Die ersten 5 Strophen des Liedtextes

6. Strophe:

Bist in der Ferne, komm doch mal gerne an Deinen lieben Heimatort.

Zu seh`n die Wälder, Wiesen und Felder, sie grüßten, als Du gingst einmal fort.

Leb wohl mein Pillnach, über dem Perlbach meine Heimat ist dort, ja dort

Leb wohl mein Pillnach, über dem Perlbach meine Heimart ist dort.

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