Pillnacher des Monats Januar 2018

Hallo, Grias Eich liebe Leser der Homepage Pillnach

Ab heute wird jedes Monat ein Bewohner von Pillnach als „Pillnacher des Monats“ vorgestellt.

 

 

Wer anderes könnte der Erste sein, als unser „Silberrücken“ Hermann Fischer. Er ist Chef vom HdG, Mitglied der FF, des KAV, der Dorfgemeinschaft, des Schützenvereins, des Käferclubs, der Oldtimerfreunde, früher auch Gemeinderat. Einer, der immer schon mit Herz und Verstand Verantwortung für das Dorf und die Vereine übernommen hat.

Das Interview mit Hermann fand am 28.12.2017 im HdG statt, also einen Tag nach seinem 60. Geburtstag. Danke Hermann, dass Du Dir die Zeit dazu genommen und auf alle Fragen ehrlich und ausführlich geantwortet hast.

Hermann, erzähl mir ein wenig was aus Deinem Leben: Geboren bin ich im Monikaheim  Straubing. Ich hab nie wo anders gelebt als in Pillnach und möchte das auch niemals. Meine große Leidenschaft war immer schon die Feuerwehr. Mein Vater war Bürgermeister von Pillnach und somit auch Vorstand der Wehr. Das war damals so. Auch wenn ich mich freiwillig als Ministrant gemeldet hatte… nach einmal Ministrieren war mir bewusst, dass ist nichts für mich. Mit 6 Jahren begann meine Karriere bei der Freiwilligen Feuerwehr. Am Pfingstsonntag 1966 trug ich zum ersten mal das Daferl  der FFW bei der Fahnenweihe in Obermiethnach. Ich konnte es nicht erwarten, die erste Leistungsprüfung abzulegen. So schummelte ich bei meinem Geburtstdatum. Ich war dann statt 15 also 16 Jahre alt und durfte die Prüfung absolvieren. Mit 19 Jahren war ich dann 2. Kommandant der Wehr und Fahnenjunker. Zur Fahnenweihe 1979 kaufte ich mir sogar weiße Handschuhe, um die neue Fahnen zu tragen. Jedoch verstarb mein Vater am Freitag, also dem ersten Tag des Festes, so dass ich die Handschuhe an den Anton Fischer weitergab, der dann als Fahnenjunker einsprang. An dem Fest hab ich nicht mehr teilgenommen. Meine Schwester Ursula war (passenderweise) Trägerin des Totenbandes. Sie hat ihre Aufgabe am Sonntag zum Kirchen- und Festzug erfüllt, mit schwarzem Kleid statt mit dem bereits gekauften lilafarbenen Festkleid. Ich war damals 21 Jahre und mein Leben änderte sich schlagartig. Als ältester von drei Kindern übernahm ich viel Verantwortung für die Familie. Mein Vater hatte kurz vorher noch Stallungen gebaut und auch finanziell war diese Zeit nicht leicht. Es war wenig Zeit zum Trauern.

Wenn die Feuerwehr Dein Leben ist, warum hast du letztes Jahr Dein Amt als Vorstand niedergelegt mit den sehr bewegenden Worten: Es gab eine Zeit vor mir, es gab eine Zeit mit mir und es wird eine Zeit nach mir geben“?  Meiner Meinung nach ist die Zeit gekommen für eine Verjüngung der FF, neue Ideen usw. Man darf mit einem Generationswechsel nicht zu lange warten. Die Kluft zwischen Jung und Alt darf nicht zu groß werden. Außerdem bin ich ja auch ohne Amt in der Vorstandschaft nach wie vor für die FF da wenn ich gebraucht werde.

Hattest Du Vorbilder in Deinem Leben? Ja, die hatte ich. Meinen Vater und viele unserer älteren Bürger waren das für mich.  Bezüglich der Feuerwehr waren es Hermann Kerscher sen. , Adolf Schebler sen. und Franz Xaver Müller.

Erzähl mir ein wenig was von den „Männerausflügen“ der Pillnacher. Die Idee dazu hatten der Bernhard und ich. Anfänglich waren wir vier Männer. Der erste Ausflug vor 16 Jahren ging nach Ungarn. Nach und nach gesellten sich immer mehr dazu. Zuletzt waren wir neun Männer, die untereinander aber gut harmonieren, was bei einem einwöchigen Ausflug auch wichtig ist. Die ersten Jahre nahmen wir 6 Kästen Bier mit, die nach 3 Tagen leer waren. Jetzt haben wir 3 Kästen dabei und bringen die Hälfte davon wieder mit heim. Früher war der Ausflug mehr auf Spaß ausgelegt. Inzwischen ist auch viel Kultur dazugekommen (Anmerkung: der letzte Ausflug ging nach Amsterdam).

Du bist ja „Chef“ bzw. hast die Konzession vom Haus der Gemeinschaft in Pillnach und bist auch einer der Hauptinitiatoren für den Erbau gewesen. Wie war es für Dich, als das HdG endlich fertiggestellt wurde? Wenn man so tief drinnen steckt in der Planung und Verantwortung, dann realisiert man in dem Moment die Freude gar nicht richtig. Das kam erst nach und nach.

Was war das schönstes Geschenk zu Deinem 60. Geburtstag?  Definitiv der Gutschein für ein Wellness-Wochenende mit der gesamten Familie. Aber auch das Erlegen eines Hirsches bei der Fürstin Gloria von T & T war ein tolles Geschenk.

Deine Hobbies und Leidenschaften? Die Jägerei, ich hab seit 25 Jahren den Jagdschein. Dann natürlich meine 8 Oltimer-Bulldogs. Der älteste davon ist Baujahr 1946.

Deine Lieblingsspeise? Entenbrust, Blaukraut und Knödel

Deine Lieblingsmusik? Elvis ist absolut der Beste von allen. Ich mag alle seine Lieder

Dein Lieblingsfilm? Irgenwie und sowieso. Eine Serie in der sich meine Jugendzeit spiegelt. (Anmerkung- Inhalt laut Wikipedia: Der musikverrückte Jungbauer Alfons Kerschbaumer alias Sir Quickly (Ottfried Fischer) erlebt diese Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs mit seinen Freunden, dem Automechaniker Sepp und dem Gymnasiasten Effendi. Verstrickungen in Liebesangelegenheiten und die Auflehnung gegen die Autoritäten von Familie und Gesellschaft führen die drei in allerlei Abenteuer.)

Was sind die wichtigsten drei Dinge in Deinem Leben? Meine Familie und Enkelkinder, die Feuerwehr und Pillnach.

Was kannst Du absolut nicht leiden? Sprücheklopfer, Lügen.

Was erfreut Dich im Umgang mit anderen Menschen? Ehrlichkeit, Gemeinschaft, ein friedlicher und respektvoller Umgang zwischen den Menschen, ein harmonisches Dorfleben.

Hast Du Träume, die Du Dir irgendwann erfüllen willst? Einmal Russland oder Canada sehen wäre ein Traum von mir. Die Taiga, die Stille, die unendliche Weite  der Natur.  Aber ich bin zufrieden mit allem wie es derzeit ist. Wenn alles so bleibt bin ich glücklich.

Hast du eine Art Lebensmotto?  Ja. Genieße Deine Zeit und freu Dich über die Dinge die Dir geboten werden.

 

 

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