Jagd und Jäger

Pillnach mit den angrenzenden Waldgebieten hat schon in vergangenen Zeiten zur Jagd eingeladen.

Die Bilder zeigen die Familie Johann Kraus sen. mit Ehefrau Franziska, den Söhnen Hans und Englbert, Rupert und Resi Rager mit Tochter, Elfriede Rager sowie den damaligen Förster Domogalla beim Ausgraben eines Fuchsbaus in der Nähe des Taferlaums. Unten ein Bild  von Johann Rauscher  (Stiefvater von Johann Kraus sen.)  bei der Jagd.

Fuchsjagd

Hier Fotos einer antiken zweiläufigen Schrotflinte:

Im Jahr 1990 wurden die Gemarkungen Pillnach und Pondorf zu einem Jagdrevier zusammengelegt. Die Größe dieses Reviers beträgt circa 500 Hektar (5km2). Es erstreckt sich von der Landkreisgrenze im Westen (Hof) über die Schwedenschwanze im Norden bis kurz vor Kirchroth im Westen.

Schützenswerte tiere

Anfänglich hat Herr Egon Füßmann dieses Revier alleine betreut. Seit einigen Jahren hat er Herrn Dr. med. Wido Wilke als zweiten Jagdpächter an seiner Seite. Sogar aus dem entfernten Norwegen kamen in den vergangen Jahren Jäger zur Wildschweinjagd nach Pillnach.

Wildschweinjag in DE

Ein wenig Jägerlatein…

Das Jagen: Einmal jährlich findet im Dezember eine Treibjagd (Hasen, Fasane) sowie im Januar eine Drückjagd für Schwarzwild (Wildschweine) statt.  Viele Pillnacher Bürger beteiligen sich mit großer Leidenschaft als “Treiber”,  aber auch als Jäger daran.

Rehwild wird das ganze Jahr über erlegt. Hier gelten jedoch Schonzeiten, die für Kitze, Geißen, Schmalrehe und Böcke sehr unterschiedlich sind.

Der Bruch: Der Bruch, wie der Name schon sagt, wird vom Baum abgebrochen (nicht geschnitten). Erlegt ein Jäger zum Beispiel ein Wildschwein, dann bekommt dieses einen kleinen Tannenzweig als letzen Bissen gereicht, den sogenannten Bruch. Auch dem erfolgreichen Schützen  wird solch ein Zweig an den Hut gegeben.  Geeignete Hölzer für den Bruch sind Eiche, Kiefer, Fichte, Weißtanne und Erle. Wird ein Wild angeschossen und ein Hund spürt es auf, bekommt auch der Hund einen Bruch ans Halsband gesteckt. Nicht jeder Jagdhund ist zum Aufspüren eines angeschossenen oder verletzten Wildes geeignet. Hierzu kommen extra ausgebildete Schweißhunde zum Einsatz (Schweiß bedeutet in der Jägersprache Blut).

Jagdpächter Egon Füßmann überreicht dem erfolgreichen Jäger den Bruch

Das Jagdhorn: Die Signale des Jagdhorns haben zwei wichtige Bedeutungen bei der Jagd. Sie sind ein Mittel der Verständigung zwischen den Jägern und Treibern und dienen in erster Linie zu deren Sicherheit. Die Jagdhörner sind über weite Strecken hörbar und übermitteln Nachrichten wie:  Laut treiben, stumm treiben, Aufmunterung im Treiben, Treiber in den Kessel, Treiber zurück, Sammeln der Jäger usw.  In der heutigen Zeit nimmt die Bedeutung leider  immer mehr ab und die Verständigung wird durch Mobiltelefonen ersetzt. Eine weitere Bedeutung der Jagdhornsignale errät man schon durch deren Namen:  Reh tot, Sau tot, Fuchs tot, Hase tot, Flugwild tot. Die Jäger zeugen dem erlegten Wild damit ihren Respekt und die “letzte Ehre”. Der letzte Ruf nach der Jagd aus dem Jagdhorn lauter: Hahn in Ruh. (Hahn ist ein Teil der Waffe zum Spannen des Abzugs).

Die Verwertung des erlegten Wildes unterliegt strengen Auflagen. Vor Verzehr muss der „Jagdausübungsberechtigte“  eine laborchemische Untersuchungen beim zuständigen Veterinäramt veranlassen. Es ist exakt vogeschrieben, an welchen Körperstellen des erlegten Tieres die Probebiopsien zur Trichinenschau (Trichinella spiralis ist ein parasitisch lebender Rundwurm) entnommen werden müssen. Insbesondere Wildscheine, Füchse und Dachse unterliegen dieser Untersuchungspflicht.

♦♠◊ Danke an Egon Füßmann, der sehr kompetent und geduldig versucht hat, die Leidenschaft der Jägerei in mir verständliche Worte zu fassen. Danke auch für die Überlassung der Bilder aus seinem Archiv ◊♠♦

 

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